Presse im Juli 2001
Mehr Presseartikel zum Ethikrat gibt es unter den Einzelporträts
Konsens über Dissens
Mit seinem neuen Ethikrat steht Deutschland wahrlich nicht allein. In fast
jedem europäischen Land gibt es schon seit längerem nationale
Ethikkomitees.
FRANKFURTER RUNDSCHAU 24.07.01
Keine Hektik, aber Zeitdruck
Der Nationale Ethikrat stellt den Zeitplan für seine Arbeit vor: Bis Dezember will er eine Stellungnahme zur Forschung
mit embryonalen Stammzellen erarbeiten. Ethikrat-Chef Spiros Simitis betont aber: "Wir sind kein
Entscheidungsgremium"
TAZ 10.07.01
Entscheiden müssen andere
Was ist der Nationale Ethikrat? Er fühlt sich nur als ein Beratergremium von vielen -
und warnt vor Illusionen
Markus Feldenkirchen
Im Nationalen Ethikrat ist eine erste wichtige Entscheidung gefallen: "Wir sind kein
Entscheidungsgremium." Das sei Konsens unter allen 25 Mitgliedern, betonte der
Rats-Vorsitzende Spiros Simitis gleich zu Beginn. Der Frankfurter Rechtsprofessor trat
am Montag erstmals vor die Presse, um endlich mal "einiges klarzustellen". Was in der
Tat dringend nötig war.
TAGESPIEGEL 10.07.01
Ethikrat beschränkt sich auf Stellungnahme
Von Susanne Spahn
Berlin - Der Nationale Ethikrat wird nach Angaben seines Vorsitzenden in der umstrittenen Frage des Imports von
embryonalen Stammzellen keine eindeutige Entscheidung treffen. Vielmehr werde der Rat bis Dezember eine Stellungnahme
abgeben, die konträre Meinungen aufgreife, sagte Spiros Simitis bei der Vorstellung der Aufgaben und Arbeitsweisen des vom
Bundeskanzler eingesetzten Beratergremiums.
SÜDDEUTSCHE ZEITUNG 10.07.01
Position zu Stammzellen-Import im Dezember
Der von Kanzler Schröder einberufene Nationale Ethikrat will bis Ende des Jahres Position zum Import
embryonaler Stammzellen beziehen. Der Vorsitzende Spiros Simitis appellierte an die Bundesregierung,
selbst bald eine Richtungsentscheidung zu diesem Thema zu treffen.
Berlin - Spiros Simitis sagte, je eher nationale Antworten auf die Streitfragen gegeben
würden und je gründlicher sie ausfielen, umso größer sei die Chance, diese Positionen in
Europa durchzusetzen.
SPIEGEL 09.07.01
Wohin treibt die Bio-Debatte?
Mit großer Macht drängt sich eine Welt, die sich allein aus wissenschaftlichen und wirtschaftlichen Interessen speist, in die
politische Debatte - Leitartikel
Von Guido Heinen
Vielleicht hat kaum einer gemerkt, welcher Skandal sich in der Zusicherung des Kieler Wissenschaftlers verbirgt, der als beim
Stammzellen-Import Ertappter gilt: Er gelobt, seine Pläne "auf Eis" zu legen - und zwar, bis der Nationale Ethikrat "entschieden" habe.
Damit hat die Biopolitik-Debatte wohl ihr Endstadium erreicht: Gesetzeslücken nutzende Wissenschaftler holen sich grünes Licht bei
einer allein vom Kanzler eingesetzten und durch nichts legitimierten Runde.
DIE WELT 05.07.01
Armutszeugnis für die Fraktionen
Kommentar HG
Es ist erst gut einen Monat her, da hatte der Bundestag eine seiner Sternstunden. In der großen Gentechnik-Debatte wurde
damals von Entscheidungen jenseits der Parteigrenzen gesprochen – gerade bei den Fragen der Forschung an Embryonen und
an embryonalen Stammzellen. Nun sind die Mauern wieder aufgebaut.
SÜDDEUTSCHE ZEITUNG 04.07.01
"Festlegen, was wir schützen wollen"
Die Wissenschaft setzt mit ihren Forschungsanträgen die Politik unter Druck
Von Heidrun Graupner
SÜDDEUTSCHE ZEITUNG 04.07.01
Beschlüsse fürs Leben
Bei den embryonalen Stammzellen hat das Parlament einen Sieg errungen - vorläufig
Bernd Ulrich
Auf den ersten Blick sieht es derzeit nach einem riesigen genpolitischen Durcheinander aus: Die
CDU möchte ein Moratorium für den Import embryonaler Stammzellen; die rot-grüne
Bundestagsmehrheit auch, sie nennt es nur anders; während die Deutsche
Forschungsgemeinschaft (DFG) gestern schon ihr Moratorium beschlossen hat. Sie will solange
nicht über den vorliegenden Einfuhr-Antrag befinden, wie Bundestag und Nationaler Ethikrat kein
Votum abgegeben haben. Und während dies alles seinen konsensualen Gang geht, wird bekannt,
dass deutsche Forscher Stammzellen bereits eingeführt haben. Ist all die aufgeregte Beschließerei
also völlig überflüssig?
TAGESSPIEGEL 04.07.01
Unbedingt lesen!
Bundeskanzler begrüßt die Zurückhaltung der DFG
Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat am gestrigen Dienstag beschlossen, die
Entscheidung über einen Antrag von Wissenschaftlern der Universität Bonn zur Forschung mit
embryonalen Stammzellen bis zum 7. Dezember zurückzustellen und auf der Basis der dann
geltenden Rechtslage zu entscheiden. Dies sei eine "angemessene und vernünftige" Entscheidung
gewesen, sagte Bundeskanzler Schröder in seiner Rede am 4. Juli bei der Jahresversammlung der
DFG in Berlin.
MITTEILUNG DER BUNDESREGIERUNG 04.07.01 letzter Stand 05.07.01
http://www.bundesregierung.de/Anlage7577/Nr._46-1.pdf
8-seitige Rede von Bundeskanzler Gerhard Schröder auf der Jahresversammlung 2001 der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) am 4. Juli 2001 in Berlin:
BULLETIN DER BUNDESREGIERUNG Nr. 46-1 vom 05.07.2001
Anmerkung: Sehr lesenswert!
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