Peter Propping ist seit 1984 Direktor des Instituts für Humangenetik an der
Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn.
Der nachfolgende Text stammt auszugsweise aus einer Pressemitteilung vom 03.05.01 zu seiner Berufung in den
Ethikrat, zur Verfügung gestellt vom Informationsdienst Wissenschaft.
Bonner Humangenetiker wird Mitglied im Nationalen Ethikrat
Datum der Mitteilung: 03.05.2001
Absender: Dr. Andreas Archut
Einrichtung: Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn
Kategorie: überregional
(...)
Propping forscht und lehrt seit 1984 an der Universität Bonn. Er gehört zu
den ausgewiesensten deutschen Wissenschaftlern auf dem Gebiet der
Erforschung des menschlichen Genoms. Seine Interesse gilt vor allem den
genetischen Grundlagen von Krebs und von Erkrankungen des zentralen
Nervensystems wie beispielsweise der Epilepsie. Erst kürzlich erhielt ein
von Propping koordiniertes Forscherteam eine Förderzusage in Höhe von
9 Millionen aus dem Nationalen Genomforschungsnetz für die Erforschung
von Krankheiten des Nervensystems.
Nachdem er von der Entscheidung des Bundeskabinetts erfahren hatte,
betonte Propping, wie wichtig ihm sei, dass der Ethikrat ein unabhängiges, nicht weisungsgebundenes
Gremium ist - "Sonst hätte ich sicher nicht mitgemacht." Die Aufgabe des Rates, dem er als Fachmann für
Humangenetik angehört, sieht Propping in der Politikberatung: "Wir können aufzeigen, was technisch
möglich ist und Optionen für eine ethische Bewertung liefern. Entscheidungen muss die Politik aber selbst
treffen."
Der gebürtige Berliner (Jahrgang 1942) hat an der Spree Medizin studiert. Nach der Promotion 1970 ging
er nach Heidelberg, wo er sich 1976 für das Fach Humangenetik habilitierte. Als Heisenberg-Stipendiat
war Propping in Heidelberg und Mannheim tätig, bevor er 1984 dem Ruf auf eine C4-Professur für
Humangenetik an die Universität Bonn folgte. Propping war von 1990 bis 1992 Dekan der Medizinischen
Fakultät der Bonner Universität. Der Vater von drei Kindern schätzt an Bonn besonders sein lebendiges
universitäres Umfeld.
Quelle: http://idw-online.de/public/zeige_pm.html?pmid=33736
Foto: Andreas Stein, Uni Bonn
Antworten auf bioethische Fragen
Seiner Meinung nach ist die Entschlüsselung des menschlichen Genoms für die
genetische Diagnostik insbesondere komplexer erblicher Krankheiten, wie Diabetes
und Geisteskrankheiten, eine "außerordentliche Hilfe" so Propping
in der FAZ.
In Bezug auf Forschungen in der sogenannten psychiatrischen Genetik wird er allerdings auch
immer wieder insbesondere vom Bundesverband der Psychiatrieerfahrenen heftig kritisiert.
Gegen Kongresse diesbezüglich gab es massiven Widerstand (Siehe Artikel unten).
Von Mitgliedern des Landesverband Psychiatrie Erfahrener Berlin-Brandenburg e.V. wird er gar als
"Erbhygieniker" und "ANTI-Human-Genetiker" bezeichnet.
Projekte an der Uni Bonn zur genetischen Erforschung von Epilepsie-Erkrankung
und Geisteskrankheiten, wie manische Depressionen und Schizophrenie, wurden mit 9 Millionen DM durch die Bundesregierung gefördert
(Siehe dazu http://www.verwaltung.uni-bonn.de/presse/pm/pm0111-01.htm
Zu diesem Thema sollte sich jeder nach durchlesen des Materials einmal ernsthafte Gedanken machen.
Es soll ja niemand sagen können, er oder sie habe nicht gewußt, wer da mit in diesem Rat sitzt.
Was das Thema Gentests und Versicherungen anbelangt, so sieht Propping kaum eine große Gefahr einer Diskriminierung.
Die Sorge, dass Versicherungen ihre Beiträge von der Erstellung genauer
Diagnosen abhängig machten, hält der Humangenetiker zum Teil für berechtigt. Das
gelte vor allem für die schon jetzt leicht zu diagnostizierenden monogenen
Erbkrankheiten. Er verweist jedoch auf die angebliche Selbstverpflichtung der Lebensversicherer
keine Gentests zu verlangen. Sie wollten lediglich wissen, ob sich ein Versicherter einem Test
unterzogen habe, bevor er eine Versicherung abgeschlossen habe. Dies sei
ein legitimes Anliegen.
Auch die Gefahr einer Diskriminierung am Arbeitsplatz
aufgrund erblicher Belastung hält er für zu hoch gegriffen. (Anmerkung: Propping
ist Vorsitzender eines Arbeitskreises der Bundesärztekammer, die sich
mit berufsrechtlichen Fragen der prädiktiven genetischen Diagnostik
beschäftigt.) Die Konsequenzen von Gentests für das
persönliche Bewußtsein des Getesteten würden dagegen besonders
bei jungen Menschen viel zuwenig beachtet. In diesem Bereich müßte mehr getan werden.
Quellen: FAZ 10.05.01, http://www.psychiatrie-erfahrene.de/
und diverse weitere Arikel (siehe unten)
Kontaktadresse
Herr
Prof. Dr. Peter Propping
Direktor des Instituts für Humangenetik der
Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn
Universitätsklinikum Bonn
Wilhelmstraße 31
53111 Bonn
Tel.: 0228 / 287-23 46
Fax: 0228 / 287-23 80
E-Mail: propping@uni-bonn.de
Gesammelte Texte zu Peter Propping
http://www.iaapa.org.il/6thwoco.htm
Hier ein kleiner Hinweis zu Peter Propping als Hauptredner bei einem Kongress über
Psychiatrische Genetik von 1998 und was der Bundesverband Psychiatrieerfahrene gegen psychiatrische Genetik hat.
(leider nur auf Englisch)
Flyertext zum sechsten Weltkongress psychiatrischer Genetik Bonn, 6.-10.10
Wo ist das schizophrene Gen?
In Jena treffen sich am Wochenende Vertreter der Biologischen
Psychiatrie und versuchen, psychische Krankheiten genetisch
zu erklären. Betroffenenverbände mobilisieren dagegen
JUNGLE WORLD 30.09.98
Psychiatrische Genetik - Pränatale Gleichschaltung
Bericht von zwei Kongressen über Kandidatengene für "Schizophrenie"
Aus "Die Randschau - Zeitschrift für Behindertenpolitik" Nr. 4/98, S.46
Kartierung menschlicher Gene vorantreiben - 6. Weltkongreß für Psychiatrische Genetik
Natürlich ist die Psychiatrische Genetik an Wertfragen gebunden. Insbesondere in Deutschland trägt sie
schwer an ihrer historischen Bürde. Dies war den Veranstaltern des 6. Weltkongresses der Psychiatrischen
Genetik, der vom 6. - 10. Oktober in Bonn stattfand, wohl bewußt.
Bonner Universitäts-Nachrichten (BUN)Nr. 212, November 1998
Gen für manische Depression vermutlich auf Chromosom 18
Fortschritte bei Suche nach Genen, die für psychische Störungen anfällig machen
Nach Jahren der Rückschläge scheint die Suche nach Genen, die für eine erbliche
Veranlagung zu einer manisch-depressiven Erkrankung verantwortlich sind, neuen
Auftrieb zu erhalten. Forscher, die einen speziellen Abschnitt des Erbguts als Übeltäter
ausgemacht haben, müssen nicht mehr, wie in den Achtziger Jahren häufiger geschehen,
fürchten, ihre Meldung kurz darauf stillschweigend zurückziehen zu müssen.
Pressemitteilung Nr. 6/2.Mai 1997
Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch
Schizophrenie - Über die Biochemie des Wahnsinns
Manuskript zur Sendung: ABENTEUER WISSENSCHAFT, Sonntag, 5.5.1996, 21
Uhr, SW 3
Anmerkung: Hier kommt Propping als Gast kurz zu Wort und berichtet über seine Forschung
Im Griff der Gene - Genforscher rücken den erblichen Ursachen psychischer
Krankheiten zu Leibe
Von Martina Nolte
Berliner Morgenpost 03.03.99
Gentechnik hat ihren Preis: Sie fordert ein ungeheueres Maß an Moral
Bei den Bad Nauheimer Gesprächen der Hessischen Landesärztekammer
haben Experten die Frage diskutiert "Was nützt die Gentechnik dem Menschen?"
Ärzte Zeitung, 17.11.1998
Der Traum vom perfekten Kind
Embryonen werden im Reagenzglas auf Erbkrankheiten untersucht. Nur die
gesunden dürfen in die Gebärmutter. Ein Rückblick aus dem Jahr 2012
von Peter Propping
DIE ZEIT 06/1999
Anmerkung: Ein etwas merkwürdiger Artikel, von dem ich ehrlich gesagt nicht
so recht weiß, wie man ihn interpretieren soll.
Dazu
Streit ums frühe Leben
Abtreibungspraxis und Embryonenschutz stehen in eklatantem Widerspruch
zueinander
von Hans Schuh
DIE ZEIT 02/1999
Vorgeburtliche Diagnostik
Peter Propping
Vorgeburtliche genetische Untersuchungen, die Aufschluss über bestimmte, zum
Teil vererbbare Krankheiten geben und zu einem Schwangerschaftsabbruch
führen, sind in Deutschland erlaubt. Präimplantationsdiagnostik dagegen –
Untersuchungen, die zur Folge haben, dass nur solche Embryonen in die
Gebärmutter implantiert werden, die keine defekten Gene im Erbgut tragen – ist
(noch) nicht zulässig.
DAS MAGAZIN, 11.Jahrg., Ausgabe 2/2000
Künftig Gentests auf monogenetische Krankheiten?
Karlsruhe (nsi). Die Sorge vieler Menschen, durch die Aufklärung
des menschlichen Genoms und immer einfacher werdende, genetische Untersuchungen
könnten Krankheiten schicksalhaft vorhergesagt werden, und diese Erkenntnisse dann
mißbraucht werden und zu Benachteiligungen führen, hält der Bonner Humangenetiker
Professor Peter Propping zum Teil für berechtigt:
bei monogenen Erbkrankheiten wie Chorea Huntington. Bei den sehr viel häufigeren
multifaktoriellen Erkrankungen wie Bluthochdruck, Diabetes mellitus, Autoimmunerkrankungen
oder psychiatrischen Krankheiten sei diese Sorge jedoch unberechtigt.
Ärztezeitung, 27.09.2000
Schlau, schwul, süchtig
Das Genom könnte zeigen, wie unwichtig Gene sein können
Als kleine Sensation wurde die Nachricht nicht nur von den Medien gefeiert: Der US-Biochemiker
Dean Hamer war dem "Schwulen-Gen" auf der Spur. Zumindest hatte er im Erbgut schwuler
Brüder einen Abschnitt eingekreist, der auf eine solche Veranlagung hindeutete. Sollte die Suche
nach den Wurzeln der Homosexualität damit ein Ende haben?
SÜDDEUTSCHE ZEITUNG 13.03.01
Genomforschung an der Universität Bonn gefördert
Neun Millionen Mark für die Untersuchung von Nervenkrankheiten
Mit insgesamt 30 Millionen Mark will die Bundesregierung die Erforschung genetischer
Ursachen von Erkrankungen des Nervensystems in den nächsten drei Jahren fördern.
Etwa neun Millionen davon und damit der größte Teil fließen an die Universität Bonn. Die
Bonner Wissenschaftler profitieren damit vom neu gegründeten nationalen
Genomforschungsnetz, für das das BMBF über 350 Millionen Mark bereit stellt.
PRESSEINFO UNI BONN 02.04.01
Schröder will nationalen Ethikrat einsetzen
Verabschiedung im Kabinett am Mittwoch - Designiertes Ratsmitglied Propping: Politik muss entscheiden
Von Daniel Friedrich Sturm
DIE WELT 30.04.01
30 Millionen DM für Forschung zu Nervenkrankheiten
BONN (jenn). 30 Millionen DM will die Bundesregierung der Erforschung
genetischer Ursachen von Erkrankungen des Nervensystems zur Verfügung stellen.
Ärzte Zeitung, 17.05.2001
Anmerkung: Dies betrifft die umstrittene psychiatrische Genetik
Das Leben und andere Kleinigkeiten - Drei Fragen an den Nationalen Ethikrat
Eine SZ-Befragung unter allen 25 Mitgliedern sollte Klarheit darüber bringen, ob sich, wie von vielen
Kritikern befürchtet, bereits jetzt in entscheidenden Punkten ideologische Fronten innerhalb des
Ethikrates gebildet haben. Ein Schwerpunkt wurde bei der Embryonenforschung gesetzt. Wir
fragten aber auch dezidiert nach dem Zeitpunkt des Beginns von menschlichem Leben. Elf Ethikräte
erklärten sich bereit, konkret zu den folgenden drei Fragekomplexen Stellung zu nehmen:
SÜDDEUTSCHE ZEITUNG 30.05.01
Peter Propping - Eingehend genetisch beraten
Stellungnahmen zu den drei Fragen der Süddeutschen Zeitung vom 30.05.01
SÜDDEUTSCHE ZEITUNG 30.05.01
http://www.psychiatrie-erfahrene.de/PsyNetzLinksSeiten/Nachrichten.htm
Kurzbericht von der Demonstration des Landesverband Psychiatrie Erfahrener Berlin-Brandenburg e.V.
gegen die Konstituierung des "nationalen Ethikrat" am 8.6.2001
Hauptkritikpunkt war Propping als "Erbhygieniker"
Dazu
Was den Prof. Propping "auszeichnet"
Text eines dort verteilten Flugblattes mit Infos zu Peter Propping
Forscher aus Bonn lokalisieren Depressions-Gen
BONN (ple). Den genetischen Ursachen bipolarer affektiver Störungen sind jetzt Bonner Wissenschaftler um den Humangenetiker
Professor Peter Propping ein großes Stück näher gekommen.
Ärzte Zeitung, 18.01.2002
Ein Erbhygieniker im Nationalen Ethikrat?
Verfahren gegen Psychiatrie-Kritiker eingestellt
Fabian Kröger 26.02.2002
Als "Erbhygieniker" bezeichnen Psychiatrie-Erfahrene auf einer
Webseite den Humangenetiker Peter Propping, Mitglied des Nationalen
Ethikrates. Ein von Propping deshalb angestrengtes Strafverfahren wurde
jetzt vor dem Amtsgericht Berlin-Tiergarten auf Antrag der
Staatsanwaltschaft eingestellt, die moniert hatte, es handle sich um
einen "Fall minderer Schwere", man hätte "Wichtigeres zu tun".
TELEPOLIS 26.02.02
Anmerkung: Sehr lesenswert!
Weitere allgemeine Infos
http://www.mdc-berlin.de/
Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch
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