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Letzte Aktualisierung: 24.07.02
Prof. Dr. Christiane Nüsslein-Volhard
Prof. Dr. Christiane Nüsslein-Volhard ist Direktorin der Abteilung Genetik am Max-Planck-Institut für
Entwicklungsbiologie in Tübingen. 1995 erhielt sie den
Medizin-Nobelpreis für ihre Forschungen zur genetischen Kontrolle der
frühen Embryonalentwicklung bei der Taufliege, die auch Aufschlüsse über
das Embryonenwachstum beim Menschen geben. Ihre derzeit Forschungsarbeit erstreckt sich auf die
Funktionsweise von Genen beim Zebrafisch.
Peter Stadler, ehemaliger Biotech-Chef der Bayer AG, hob mit Christiane Nüsslein-Volhard
und dem Immunbiologen Klaus Rajewsky vor zwei Jahren die Biotech-Firma Artemis aus
der Taufe. Diese Firma ist spezialisiert auf die Entwicklung von gentechnisch
hergestellten Medikamenten und strebt mittelfristig den Börsengang an (Quelle: Tagesspiegel
11.03.01, siehe unten)
Frau Nüsslein-Volhard spricht sich immer wieder für eine Versachlichung der
Diskussion über Genforschung aus. Sie wendet sich auch gegen die Verbreitung von
"Horrorszenarien" durch Politiker und Philosophen. (Siehe unten) Diese sollten
sich besser zunächst mit der Materie vertraut machen.
Für sie ist es angesichts der komplexen Beziehung zwischen Genen und Eigenschaften
fraglich, ob es jemals möglich sein werde, Gene zu identifizieren, mit
deren Hilfe einem Individuum gezielt und ohne Nebenwirkungen bestimmte
Eigenschaften verliehen werden könnten, schrieb sie jüngst in einem
Beitrag für die FAZ.
Was die Keimbahntherapie und die Präimplantationsdiagnostik anbelangt, so
hat sich Nüsslein-Volhard laut FAZ ebenfalls skeptisch geäußert.
Keimbahntherapie sei weder machbar noch wünschenswert.
Die PID bringe erhebliche ethische Fragen mit sich. Im Zweifelsfall sollten sich Eltern
ihrer Meinung nach für ein Leben ohne Kinder entscheiden.
Bezüglich der Entzifferung des menschlichen Genoms sei diese insbesondere für
die Entwicklung neuer Medikamente von Bedeutung. Auf Grund der hohen Kosten und der verbundenen Risiken
sei es notwendig, die Rechte der "Erfinder", die das
Potential eines Gens für die Entwicklung eines Medikaments als erste
entdeckten, durch Patente zu schützen, schrieb die Biotechfirmenteilhaberin in der FAZ.
Fazit:
Trotz allem sollte man sie nach dem letzten Interview im Tagesspiegel vom 31.05.01
zur Rede von Johannes Rau und dem zwangsläufigen wirtschaftlichen Interesse als Mitbegründerin einer Biotechfirma
zu den fortschrittsfreundlichen Ethikratmitgliedern zählen.
Quellen: FAZ 10.05.01 und andere (siehe unten)
Kontaktadresse
Frau
Prof. Dr. Christiane Nüsslein-Volhard
Max-Planck-Institut für Entwicklungsbiologie
Spemannstraße 35
72076 Tübingen
Gesammelte Texte zu Christiane Nüsslein-Volhard
Wissenschaft auf dem Marktplatz? Ängstliche Professoren und neugierige Reporter
Ein schwieriges Verhältnis: Wissenschaft und Öffentlichkeit kommen schwer zusammen
Uwe Schlicht
Es schwierig, die Wissenschaft für ein Publikum darzustellen, das wenig Vorbildung
mitbringt. Den Wissenschaftlern wäre es am liebsten, wenn sie wüssten, an welche
Öffentlichkeit sie sich wenden. Die Medizinnobelpreisträgerin Christiane
Nüsslein-Volhard vom Max-Planck-Institut in Tübingen formulierte dieses Problem auf
einem Forum der "Deutschen Universitätszeitung" in Bonn, das sich dem
aktuellen Thema widmete, ob Wissenschaft, Medien und Öffentlichkeit
aneinander vorbeireden.
TAGESSPIEGEL 24.09.99
"Menschenzucht ist nicht machbar"
Die Biologin Nüsslein-Volhard wendet sich aus Anlass der Sloterdijk-Debatte gegen
die Verbreitung von Horrorvisionen - Ein Interview
TAGESSPIEGEL 27.09.99
Erstmals Nobelpreis für Deutsche
Stockholm - Zum ersten Mal ist eine deutsche Frau mit einem
Nobelpreis ausgezeichnet worden. Die Tübinger
Entwicklungsbiologin Christiane Nüsslein-Volhard (52) erhält
gemeinsam mit ihren amerikanischen Kollegen Edward B. Lewis
(77) und Eric Wieschaus (48) den Nobelpreis für Medizin.
DIE WELT 10.10.95
Porträt: Christiane Nüsslein-Volhard
Die 57-jährige Nobelpreisträgerin trägt den Spitznamen "Herrin der Fliegen", zieht
am liebsten Jeans an und ist für ihre saloppe Redeweise bekannt.
SPIEGEL 18.11.99
Naturwissenschaftlerin des Jahrzehnts - Journalisten wählen Christiane Nüsslein-Volhard
Deutscher "Naturwissenschaftler des Jahrzehnts" ist eine Frau: Bei einer Umfrage
unter 124 Wissenschaftsjournalisten landete die Tübinger Entwicklungsbiologin
Christiane Nüsslein-Volhard mit deutlichem Abstand vor allen männlichen Kollegen
auf Platz eins.
SPIEGEL 18.11.99
Biotech-Aktien unter Druck: Kriterien für den Erfolg von Biotech-Firmen
Wer in Biotech-Unternehmen investieren will, sollte sich die Gesellschaft intensiv
anschauen. Peter Stadler, ehemaliger Biotech-Chef der Bayer AG, hob vor zwei
Jahren mit Medizin-Nobelpreisträgerin Christiane Nüsslein-Volhard und dem
Immunbiologe Klaus Rajewsky die Biotech-Firma Artemis aus der Taufe (die
mittelfristig ebenfalls den Börsengang anstrebt).
TAGESSPIEGEL 11.03.01
Anmerkung: Schon erstaunlich, was man bei gründlichen Recherchen so alles erfährt.
Es wäre wohl naiv zu glauben, dass bei ihren Entscheidungen im Ethikrat keine wirtschaftliche Interessen dahinter stecken...
Grundsatzdebatte im Bundestag
Es ist das erste Mal, dass das Parlament sich in dieser Breite der Gentechnik
widmet. Seit neun Uhr diskutiert der Bundestag über das Thema. Unterdessen hat
Medizin-Nobelpreisträgerin Christiane Nüsslein-Volhard die derzeitige Gentechnik-Debatte
und insbesondere die Rede von Bundespräsident Rau scharf kritisiert.
SPIEGEL 31.05.01
Dazu das Originalinterview im Tagesspiegel
Christiane Nüsslein-Volhard im Interview: "Die Kirche hat nicht das Recht,
Ethiknormen festzulegen"
Die Nobelpreisträgerin kritisiert die Gen-Kritiker
Christiane Nüsslein-Volhard ist Nobelpreisträgerin und arbeitet am Tübinger
Max-Planck-Institut für Entwicklungsbiologie. Sie wurde nun in den Nationalen Ethikrat
berufen.
TAGESSPIEGEL 31.05.01
Lernen von den Alten: "Was ist Menschenwürde, Frau Nüsslein-Volhard?"
Die Biologin Christiane Nüsslein-Volhard erhielt 1995 den Medizin-Nobelpreis für ihre Entdeckungen auf
dem Gebiet der genetischen Kontrolle der frühen Embryonalentwicklung. Ihr Forschungsobjekt war die
Fruchtfliege, zurzeit ist es der Zebrafisch. Die 58-Jährige forscht am Tübinger Max-Planck-Institut und
wurde von Bundeskanzler Schröder in den Ethikrat berufen, der vergangenen Freitag zum ersten Mal
zusammenkam. Nüsslein-Volhard ist nicht verheiratet und hat keine Kinder.
Ein Interview
SÜDDEUTSCHE ZEITUNG 11.06.01
Genmedizin: "Zurück in die Labors!"
Die Erforschung des menschlichen Erbgutes liefert nicht nur Erkenntnisse, sondern wirft vor
allem neue Fragen auf. Auf dem Berliner Wissenschaftssommer räumten Forscher ein, dass sie
noch weit davon entfernt seien, eine Vielzahl von Krankheiten durch "Genmedizin" zu
behandeln.
IDW, Pressemitteilung Wissenschaft im Dialog gGmbH 14.09.01
http://www.swr2.de/interview/manuskriptdienst/rtf/iw010923.rtf
Transkript Interview mit Christiane Nüsslein-Volhard im SWR 2 vom 23.09.01
Nobelpreise: "Letzte Bastion der Ehrfurcht"
Die Tübinger Nobelpreisträgerin Christiane Nüsslein-Volhard über größenwahnsinnige
Kollegen, Roben und Fanfaren bei der königlichen Zeremonie in Schweden und die
Missachtung des Biologie-Unterrichts in Deutschland
SPIEGEL 08.10.01
Anmerkung: Sehr lesenswert, da es auch um Stammzellen etc. geht.
Jenseits von Klonen und Designerbabys
Medizin-Nobelpreisträgerin spricht über Genforschung
bas
"Wie soll eine wirkungsvolle und ungefährliche Therapie entstehen, wenn nicht vorher geforscht,
entwickelt und erprobt wurde?", fragte Nobelpreisträgerin Christiane Nüsslein-Volhard am gestrigen
Sonntag im Berliner Renaissance-Theater. Im Rahmen der "Berliner Lektionen" sprach die
Biochemikerin "von Genen und Embryonen".
TAGESSPIEGEL 26.11.01
"Die Klonversuche in den USA sind verwerflich"
Nobelpreisträgerin Nüsslein-Volhard verteidigt die Freiheit der Forschung im Rahmen der Gesetze - Interview
Berlin - Nobelpreisträgerin Professor Christiane Nüsslein-Volhard setzt sich für den Import von
embryonalen Stammzellen ein, denn die Unterlassung der Forschung daran sei möglicherweise ethisch
bedenklicher, als sie zu erlauben. Im Nationalen Ethikrat der Bundesregierung vertritt die Tübinger
Entwicklungsbiologin die Seite der Wissenschaft. Mit Frau Nüsslein-Volhard sprach Sonja Kastilan.
DIE WELT 29.11.01
"Stammzellgewinnung auch in Deutschland" - Nobelpreisträgerin fordert Freigabe
Deutschland sollte nach Ansicht der Tübinger Nobelpreisträgerin Christiane
Nüsslein-Volhard erwägen, die Gewinnung embryonaler Stammzelllinien zu
Forschungszwecken zu erlauben.
TAGESSPIEGEL 10.01.02
Email an ...
Empfänger: Christiane Nüsslein-Volhard
Betreff: Stammzellen
Liebe Christiane Nüsslein-Volhard,
was ist in Sie gefahren?
DIE WELT 03.02.02
Wissenschaft: Mehr Frauen an die Forschungsfront
In der Wissenschaft gibt es noch immer keine Gleichberechtigung. Dabei weiß
jeder, was getan werden muss
Von Christiane Nüsslein-Volhard
DIE ZEIT 22/2002 vom 22.05.02
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