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Letzte Aktualisierung: 24.07.02
Prof. Dr. Regine Kollek
stellvertretende Vorsitzende des Nationalen Ethikrates
Regine Kollek (50) studierte Biologie und Chemie in Braunschweig, Brighton,
Paris und Würzburg. Nach zweijährigem Forschungsaufenthalt in den USA
arbeitete sie am Heinrich-Pette-Institut der Uni Hamburg. 1985 wechselte sie
in den wissenschaftlichen Stab der Enquetekommission "Chancen und Risiken
der Gentechnologie" des Bundestages. Später gehörte sie dem Vorstand des
Freiburger Öko-Instituts an und arbeitete am Hamburger Institut für
Sozialforschung.
Seit 1995 ist sie Professorin für Technologiefolgenabschätzung in der Medizin an der Uni Hamburg und arbeitet dort
in der "Forschungsgruppe Technikfolgenabschätzung der modernen Biotechnologie in der Medizin"
Des weiteren ist sie Vorsitzende des Ethik-Beirats beim Bundesgesundheitsministerium.
Mit dem dortigen Ministerinnenwechsel wurde dessen Arbeit jedoch
momentan auf unbestimmte Zeit nahezu eingestellt. Vermutlich soll sich der dortige Ethikbeirat anderen
Aufgabengebieten widmen, nachdem es jetzt den Ethikrat gibt.
Seit ca. zwanzig Jahren steht Frau Kollek dem Fortschritt der Biomedizin skeptisch
gegenüber. Immer wieder meldet sie sich dabei kritisch zu Wort (siehe Artikel unten).
Sie gilt laut FAZ vom 10.05.01 als eine der Klippen, an der
Hoffnungen auf eine forschungs- und wirtschaftsfreundliche Biopolitik
regelmäßig zerschellt sind. Nach Durchsicht diverser Presseartikel kann man diese Einschätzung
wohl teilen und einige Hoffnungen in sie setzen.
Den Vorstoß der DFG zur Embryonenforschung hält sie z.B. für einen Schritt in die falsche Richtung.
Sie spricht sich auch vehement gegen die Zulassung der Präimplantationsdiagnostik aus, da sie befürchtet, dass mit
der PID das Tor zu einer weitergehenden Selektion von Leben geöffnet werde.
Letzendlich stellt sich nur die Frage, ob sie sich mit ihrer Meinung gegen eine solche Übermacht an forschungsbegeisterten anderen
Mitgliedern wie z.B. Ernst Winnacker oder Detlev Ganten im Ethikrat durchsetzen kann.
Immerhin wurde sie zur stellvertretenden Vorsitzende des Nationalen Ethikrates ernannt, was ihr in jedem Fall eine
gewisse Aufmerksamkeit sichern dürfte.
Quelle: FAZ 10.05.01 und andere (siehe unten)
Kontaktadresse
Frau
Prof. Dr. Regine Kollek
Universität Hamburg
FSP Biotechnik, Gesellschaft und Umwelt
FG Medizin/Neurobiologie
Falkenried 94
20251 Hamburg
Gesammelte Texte zu Regine Kollek
"Leben ist ein Geschenk ohne Rückgaberecht"
Die Ethikerin Regine Kollek über vorgeburtliche Diagnostik, die Angst, ein
behindertes Kind zu gebären, und ein ungewöhnliches Urteil aus Frankreich
SPIEGEL 27.11.00
"Ungeist aus der Flasche"
Molekularbiologin Regine Kollek über den Beginn des Menschseins, die
Begehrlichkeiten der Fortpflanzungsmediziner und den Ethik-Streit um das
therapeutische Klonen
Kollek, 50, ist Professorin für Technikfolgenabschätzung in der Medizin an
der Uni Hamburg und Vorsitzende des Ethik-Beirats des Bundesgesundheitsministeriums.
SPIEGEL 01/2001 vom 30.12.2000
Pro & Contra: Patente auf Leben
Pro: Cornelia Yzer, Hauptgeschäftsführerin des Verbandes Forschender Arzneimittelhersteller e.V., (VFA)
Contra: Professor Dr. Regine Kollek, Forschungsschwerpunkt Biotechnik, Gesellschaft und Umwelt, Universität
Hamburg
FORSCHUNG UND LEHRE, Januar 01
"Auch früheste Stadien des Lebens sind schützenswert"
Interview mit Regine Kollek, Vorsitzende des Ethikrats beim Bundesgesundheitsministerium, über die
Selektion von Embryonen und deren Folgen
SÜDDEUTSCHE ZEITUNG 13.03.01
Nicht mehr abrufbar!
Austragen statt töten
Was tun mit überzähligen Embryonen? Ein Gespräch mit der Bioethikerin Regine
Kollek über die gesellschaftliche Legitimation biotechnischer Forschung
DIE ZEIT 21/2001 vom 17.05.01
Das Leben und andere Kleinigkeiten - Drei Fragen an den Nationalen Ethikrat
Eine SZ-Befragung unter allen 25 Mitgliedern sollte Klarheit darüber bringen, ob sich, wie von vielen
Kritikern befürchtet, bereits jetzt in entscheidenden Punkten ideologische Fronten innerhalb des
Ethikrates gebildet haben. Ein Schwerpunkt wurde bei der Embryonenforschung gesetzt. Wir
fragten aber auch dezidiert nach dem Zeitpunkt des Beginns von menschlichem Leben. Elf Ethikräte
erklärten sich bereit, konkret zu den folgenden drei Fragekomplexen Stellung zu nehmen:
SÜDDEUTSCHE ZEITUNG 30.05.01
Regine Kollek - Mein Bruder, wo bist du?
Stellungnahmen zu den drei Fragen der Süddeutschen Zeitung vom 30.05.01
SÜDDEUTSCHE ZEITUNG 30.05.01
Verschwiegene Interessen
Die DFG-Position zur Stammzellforschung und der Streit um den Import embryonaler
Zellen
Von Regine Kollek und Ingrid Schneider
SÜDDEUTSCHE ZEITUNG 05.07.01
Nicht mehr abrufbar!
Noch kein Votum des Ethikrats über Stammzell-Import
HAMBURG (fst). Die stellvertretende Vorsitzende des nationalen Ethikrats, Professor Regine Kollek, hat Berichte
zurückgewiesen, eine Mehrheit des Gremiums habe sich für den Import von embryonalen Stammzellen (ES-Zellen)
ausgesprochen. Die Wochenzeitung "Die Zeit" hat am Donnerstag berichtet, der Ethikrat werde den Import "voraussichtlich
mit deutlicher Mehrheit gutheißen".
Ärzte Zeitung, 19.10.2001
Kollek in Komitee der Unesco berufen
HAMBURG (jh). Professor Regine Kollek, stellvertretende Vorsitzende des Nationalen Ethikrates in Deutschland, ist für drei Jahre in das
Internationale Bioethik-Komitee der Unesco berufen worden.
Ärzte Zeitung, 18.04.2002
Zeitgenossen: Soziales Gewissen - Gesellschaftliche Verantwortung
Regine Kollek interviewt von Eva Lauterbach
SWR2 Programmschwerpunkt in der Reihe "SWR2 Zeitgenossen"
Sonntag, 07. Juli 2002, 14.05 bis 14.50 Uhr
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