Druckversion dieses Porträts
Letzte Aktualisierung: 12.02.02
Prof. Dr. Detlev Ganten
Detlev Ganten (60) leitet das Max-Delbrück-Centrum für molekulare Medizin in Berlin-Buch
und ist Vorsitzender der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren. Dort
sind 16 "Großforschungseinrichtungen" mit insgesamt 22 500 Mitarbeitern
zusammgefasst. Ganten erhielt für seine Forschungen auf dem Gebiet der Molekularbiologie und
Genetik des Bluthochdrucks zahlreiche Auszeichnungen, unter anderem
den Max-Planck-Forschungspreis und den CIBA-Preis des Rats für die Bluthochdruckforschung
der Amerikanischen Herz-Gesellschaft. Außerdem wurde er im Dezember 2000 für
seine in Deutschland wegweisende Forschungsarbeit auf dem Gebiet der Molekularmedizin mit dem
Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. Des weiteren wurde er in diesem Zusammenhang
für seine großen Verdienste bei der Ansiedlung von Biotechnik-Firmen gewürdigt.
Seit ca. zehn Jahren steht der Genforscher oft im Brennpunkt von Wissenschaft
und Wirtschaft, von Öffentlichkeit und Politik.
Offenbar durch seine guten Kontakt zu Forschungsministerin Bulmahn gelang es ihm,
Zinsersparnisse aus den UMTS-Erlösen für die Genomforschung der in der
Helmholtz-Gemeinschaft zusammengefassten Forschungszentren zu sichern.
Zudem war er maßgeblich am Ausbau eines der größten Zentren biotechnologischer
Forschung in Berlin-Buch beteiligt.
Seit Jahren engagiert sich der Mediziner für einen Dialog zwischen Wissenschaftlern und
anderen gesellschaftlichen Gruppen. So war er auch bei den diesjährigen
Veranstaltungen im Jahr der Lebenswissenschaften dabei.
Ganten ist der Auffassung, dass die Naturwissenschaftler in der
Verantwortung stünden, ihr Wissen einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu
machen, wofür neue Kommunikationsstrukturen geschaffen werden müssten.
Er bedauert es, dass hierzulande die Gentechnik sehr viel kritischer betrachtet und der
Wissenschaft engere Grenzen gesteckt würden aufgrund der deutschen Vergangenheit,
als in anderen Ländern. Außerdem beteilige sich seiner Meinung nach
die deutsche Wirtschaft zu wenig an der Entwicklung der Gentechnik. Diesen Standpunkt
vertrat Ganten letztes Jahr in der FAZ.
Bezüglich der gesetzlichen Regelung der Gentechnik dürfe Deutschland keine
Sonderwege gehen, äußerte Ganten gegenüber der "Financial Times Deutschland".
Andernfalls würde die Gefahr bestehen, dass Wissenschaftler auswanderten. Er ist
vielmehr für Regeln auf internationaler Ebene.
Ganz im Sinne von Schröder sprach sich Ganten gegen ein grundsätzliches
Verbot des Klonens menschlicher Zellen oder
wissenschaftlicher Untersuchungen zur Keimbahntherapie aus. Die Gesellschaft müsse
stattdessen die Wissenschaft bei jedem einzelnen Schritt
kontrollieren. Trotz des Herstellungsverbots von Embryonen zu
Forschungszwecken spricht er sich dafür aus, die Forschung an embryonalen
Stammzellen voranzutreiben. Seiner Meinung nach sollte zu diesem Zweck laut FAZ
"ein streng geregelter Import an wenige Zentren mit Ethikkommissionen"
ermöglicht werden.
"Wenn die Forschung an embryonalen Stammzellen hier zu Lande verboten würde, würden wir uns
langfristig von einer zukunftsweisenden Forschungsentwicklung ausschließen", so Ganten in der Süddeutschen
Zeitung vom 06.07.01
Zum Thema Keimbahntherapie sagte er laut Spiegel vom 16.09.99, dass gentechnische
Eingriffe in die menschliche Keimbahn "voraussichtlich möglich und vielleicht
sinnvoll sein werden". Als wichtiges Argument gegen die Keimbahntherapie nennt er jedoch das Risiko von
Missbildungen und Totgeburten, denn ein Ergebnis der Keimbahnveränderung lasse
sich nicht vorhersagen.
Quellen: FAZ 10.05.01, Süddeutsche Zeitung 06.07.01, Spiegel 16.09.99
und andere (siehe unten)
Anmerkung: Zum Max-Delbrück-Centrum siehe auch die Institutsbezogene
Verbindung zu Prof. Dr. Peter Propping,
Humangenetiker, Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn
Zu Gantens Biografie noch einen Pressemitteilung:
Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch
Pressemitteilung Nr. 4./28. März 2001
Mittwoch, den 28. März 2001, 14.00 Uhr
Prof. Detlev Ganten wird 60 Jahre alt;
Festveranstaltung mit Bundesforschungsministerin Bulmahn und Berliner
Wissenschaftssenator Stölzl
Mit einer Festveranstaltung hat das Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC)
Berlin-Buch Stiftungsvorstand Prof. Detlev Ganten zum 60. Geburtstag beglückwünscht.
Als Gratulanten kamen auch Bundesforschungsministerin Edelgard Bulmahn, der Berliner
Wissenschaftssenator Dr. Christoph Stölzl, Prof. Joachim Treusch (Jülich) für die
Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren sowie Prof. em. Heinz Bielka,
(MDC; von 1982-1991 stellvert. Direktor des Zentralinstituts für Molekularbiologie der
Akademie der Wissenschaften der DDR) und Prof. Günter Stock (Aufsichtsratmitglied der
BBB GmbH und Forschungsvorstand der Schering AG).
Zwei wissenschaftliche Vorträge von Dr. Allen W. Cowley (Medical College Wisconsin,
Milwaukee/USA) über "Functional Genomics: Examples from Cardiovascular Research"
und Prof. Walter Birchmeier (MDC) über "Moleküle der Molekularen Medizin" rundeten das
Programm ab.
Biografie
Der Bluthochdruckforscher Prof. Ganten wurde 1991 aus Heidelberg zum
Gründungsdirektor des MDC nach Berlin-Buch berufen. Das MDC wurde 1992 gegründet.
Es ist hervorgegangen aus drei Zentralinstituten der Akademie der Wissenschaften der
DDR in Berlin-Buch. Zwei dieser Institute verfügten über Forschungskliniken für Krebs-
und Herz-Kreislauf. In Berlin-Buch ist mit dem MDC, einer Einrichtung der
Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren, und den beiden
Forschungskliniken, die heute zur Charitè, der Medizinischen Fakultät der Berliner
Humboldt-Universität, Campus Berlin-Buch, gehören, ein in der Bundesrepublik
einmaliges Modell für die klinische Forschung entstanden, zu dem auch ein
Biotechnologiepark gehört.
Prof. Ganten wurde 1941 in Lüneburg geboren. Er studierte in
Würzburg, Montpellier (Frankreich) und Tübingen Medizin und forschte anschließend
mehrere Jahre in Montreal (Kanada) am Clinical Research Institute sowie an der McGill
Universität. Danach folgten Habilitation und Professur an der Universität Heidelberg. Bevor
er 1991 nach Berlin-Buch kam, war er mehrere Jahre am Pharmakologischen Institut der
Universität Heidelberg tätig. Seit 1993 hat er einen Lehrstuhl für Klinische Pharmakologie
am Universitätsklinikum Steglitz/Benjamin Franklin (Freie Universität Berlin) inne.
Prof. Ganten ist zudem seit 1997 Vorsitzender der Helmholtz-Gemeinschaft. Für seine
Arbeiten erhielt Prof. Ganten zahlreiche Ehrungen im In- und Ausland, darunter den
Max-Planck-Forschungspreis (1990), den Okamoto-Preis, Japan (1990) und den
CIBA-Preis des Council for High Blood Pressure Research, American Heart Association
(1992).
Im vergangenen Jahr wurde Prof. Ganten für seine Verdienste als "Wegbereiter in
der molekularen Medizin in Deutschland" von Bundespräsident Johannes Rau mit dem
Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. Prof. Ganten war Mitglied im Wissenschaftlichen
Ausschuss des Gesundheitsforschungsrats (1992-1997) und des Wissenschaftsrats
(1993-1998). Er ist unter anderem Mitglied in der Akademie der Wissenschaften
Heidelberg, der Polnischen Akademie der Wissenschaften, der Berlin-Brandenburgischen
Akademie der Wissenschaften sowie der Deutschen Akademie der Naturforscher
Leopoldina.
Tabellarischer ausführlicher Lebenslauf unter:
http://www.mdc-berlin.de/ueber_das_mdc/struktur/lebenslaeufe/lebenslauf_ganten.htm
Kontaktadresse
Herr
Prof. Dr. Detlev Ganten
Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin
(MDC) Berlin-Buch
Robert-Rössle-Straße 10
13125 Berlin
Tel.: 030 / 94 06 32 78
Fax: 030 / 9 49 70 08
E-Mail: ganten@mdc-berlin.de
Internet: http://www.mdc-berlin.de/
Gesammelte Texte zu Detlef Ganten
Der entschlüsselte Mensch
Detlev Ganten über den Stand der Genforschung in Deutschland (Interview)
TAGESSPIEGEL 08.04.00
Weltkongress Biotechnologie
Das späte Erwachen der deutschen Genomforschung - Das Geld fließt, die Verbraucher
sind misstrauisch
"Wir sind nicht mehr die Sandmännchen der internationalen Genomforschung", stellte Detlev Ganten
fest, Leiter des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin in Berlin-Buch und Vorsitzender der
Hermann-von-Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren. Aber es gebe noch viel zu
tun, was die Beweglichkeit der deutschen Wissenschaft angehe.
TAGESSPIEGEL 05.09.00
Berlin will Mittel für Genanalyse aufstocken
Gelder sollen aus UMTS-Erlösen kommen / Wissenschaftler fordern stärkere
Zusammenarbeit
daj Berlin - Das Bundesforschungsministerium in Berlin will die Fördermittel für die Forschung am
menschlichen Erbgut um rund 200 Millionen DM jährlich aufstocken. Wissenschaftler fordern
gleichzeitig von den deutschen medizinischen und biologischen Forschungsinstituten eine stärkere
Zusammenarbeit.
SÜDDEUTSCHE ZEITUNG 05.09.00
Bundesverdienstkreuz - Hohe Auszeichnung für Detlev Ganten
TAGESSPIEGEL 12.10.00
Gene lügen nicht - Max Delbrück und die Zukunft des Biotech-Campus Berlin-Buch
Von Arno Orzessek
Detlev Ganten, Chef des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin (MDC), ist beileibe
kein protziger Typ. Aber jeder darf wissen, dass sich die Forscher hier in Berlin-Buch am
Weltniveau orientieren. Darauf weist die Nobelpreis-Urkunde hin, die vor Gantens Büro hinter Glas
liegt.
SÜDDEUTSCHE ZEITUNG 01.12.00
Schröders Berater für Biopolitik
Die deutsche Biotech-Branche boomt - ein Argument für die Regierung, dem Beispiel
England zu folgen?
SPIEGEL 30.12.00
Das "Jahr der Lebenswissenschaften" beginnt
Bundesforschungsministerin Bulmahn eröffnet Veranstaltungsreihe: Wissenschaft und Öffentlichkeit im Diskurs
DIE WELT 02.02.01
Hier kommt Detlev Ganten öfters zu Wort.
Woher kommt, wo steht, wohin geht der Mensch?
Rede von Prof. Dr. Detlev Ganten zur Auftaktveranstaltung zum Jahr der Lebenswissenschaften in
Berlin 2001
Donnerstag, 1. Februar 2001, 18.00 Uhr Martin-Gropius-Bau, Berlin
Detlev Ganten - Berliner Biowunder
Der Mediziner und Genforscher wird 60
Hartmut Wewetzer
Eigentlich ist die Erforschung des Bluthochdrucks die Spezialität von Detlev Ganten. Aber seit zehn
Jahren steht er von einer ganz anderen Seite unter Hochdruck. Denn seitdem ist der Mediziner und
Genforscher oft im Brennpunkt von Wissenschaft und Wirtschaft, von Öffentlichkeit und Politik.
TAGESSPIEGEL 28.03.01
Das Leben und andere Kleinigkeiten - Drei Fragen an den Nationalen Ethikrat
Eine SZ-Befragung unter allen 25 Mitgliedern sollte Klarheit darüber bringen, ob sich, wie von vielen
Kritikern befürchtet, bereits jetzt in entscheidenden Punkten ideologische Fronten innerhalb des
Ethikrates gebildet haben. Ein Schwerpunkt wurde bei der Embryonenforschung gesetzt. Wir
fragten aber auch dezidiert nach dem Zeitpunkt des Beginns von menschlichem Leben. Elf Ethikräte
erklärten sich bereit, konkret zu den folgenden drei Fragekomplexen Stellung zu nehmen:
SÜDDEUTSCHE ZEITUNG 30.05.01
Detlev Ganten - Leben beginnt langsam
Stellungnahmen zu den drei Fragen der Süddeutschen Zeitung vom 30.05.01
SÜDDEUTSCHE ZEITUNG 30.05.01
"Der Mensch ist viel mehr als eine Gen-Maschine"
Professor Detlev Ganten im Gentechnik-Chat am 30. Mai 2001
Einen Tag vor der Grundsatzdebatte über Gentechnik im Bundestag war Professor
Detlev Ganten, der Gründungsdirektor des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare
Medizin in Berlin, zu Gast im Chat von politik-digital.de und stern.de. Aus
aktuellem Anlass sprach er mit den Chattern über ethische und moralische Grenzen
der Genforschung. Risiken und Potenziale der Präimplantationsdiagnostik (PID) kamen
ebenso zur Sprache wie die Position Deutschlands im internationalen Forschungsumfeld und der
Nationale Ethikrat.
Transkript des Chats mit Detlev Ganten vom 30.05.01
auf der Seite des STERN
Eine Lücke im Gesetz
Der umstrittene Import menschlicher Stammzellen zu Forschungszwecken wird immer
wahrscheinlicher Wissenschaftler wollen Tatsachen schaffen - Regierung wartet auf
Empfehlung ihrer Ethik-Kommission
Von Sven Felix Kellerhoff
Berliner Morgenpost 29.06.01
Genforscher fordert Ende der "Hexenjagd"
Ganten: Bioethik-Debatte ist zu aufgeheizt - DFG vertagt Entscheidung über
Verwendung embryonaler Stammzellen
Berlin - Der Vorsitzende der Hermann-von-Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher
Forschungszentren, Professor Detlev Ganten, hat eine sachlichere Debatte über den
Umgang mit embryonalen Stammzellen in Deutschland gefordert. "Wichtig ist jetzt ein
Abkühlen der Diskussion statt einer Hexenjagd", sagte Ganten der WELT.
DIE WELT 04.07.01
Geduldsprobe für Wissenschaftler
Deutsche Forscher erhoffen eine schnelle gesellschaftliche Entscheidung zur
Forschung mit Embryonen
SÜDDEUTSCHE ZEITUNG 06.07.01
Gezielte Embryonenzucht sorgt für Kritik
Forscher in den USA haben erstmals menschliche Embyronen allein für Experimente erzeugt. Empört reagierten
Kirchenleute in den Vereinigten Staaten und Forscher in Deutschland
Berlin - Erstmals wurden Embryonen in Reagenzglas allein mit der Absicht gezeugt, daraus anschließend embryonale Stammzellen zu
gewinnen, berichten Wissenschaftler vom Jones-Institut für Fortpflanzungsmedizin in Norfolk (US-Bundesstaat Virginia) im
Fachmagazin "Fertility & Sterility".
DIE WELT 12.07.01
Anmerkung: Hier gibt es ein paar Statements von Ganten dazu.
Klon-Vorhaben stößt auf weltweite Ablehnung
Experten fordern internationale Konvention gegen die Menschenkopie / Italienischer
Ärztebund kündigt Schritte gegen Antinori an
Kerstin Kohlenberg und Clemens Wergin
Kostenlos werde er im November 200 Paaren aus verschiedenen Ländern durch Klonen zu
Nachwuchs verhelfen. Das kündigte der italienische Gynäkologe Severino Antinori am Dienstag auf
einer Konferenz in Washington an. Die Reaktionen in Europa waren prompt und einhellig:
TAGESSPIEGEL 09.08.01
Detlev Ganten spricht sich gegen das reproduktive Klonen aus
Deutsche Forscher begrüßen Stammzellen-Beschluss
Deutsche Forschungsgemeinschaft sieht sich in ihrer Position bestätigt
Berlin - US-Präsident George W. Bush will die öffentliche Forschung an embryonalen Stammzellen unter strengen Auflagen
unterstützen. "Der jetzt getroffene vernünftige Kompromiss ist wichtig für die Entscheidung in Deutschland und Europa", unterstreicht
Detlev Ganten, Mitglied im Nationalen Ethikrat und Vorsitzender der Hermann-von-Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher
Forschungszentren.
DIE WELT 11.08.01
Stammzellen-Debatte - Interview: "Auch Wissenschaftler müssen sich nach der Gesellschaft
richten"
Ethikrat-Mitglied Ganten findet Gefallen an Bushs Erklärung
TAGESSPIEGEL 11.08.01
"Bitte keine Denkverbote"
Detlev Ganten, Molekularmediziner und Mitglied des Nationalen Ethikrats, fordert
internationale Vereinbarungen im Umgang mit embryonalen Stammzellen
Von Ulrich Bahnsen ächsführung)
DIE ZEIT 34/2001 vom 15.08.01
Interview mit Prof. Dr. Detlev Ganten, Gründungsdirektor des Max-Delbrück-Centrums für
Molekulare Medizin Berlin-Buch (MDC) und Mitglied im Nationalen Ethikrat.
Das Interview wurde für die Wissenschaftsnotizen (WN) aufgezeichnet. Die Fragen stellte Dr. Frank Vogelsang.
Datum leider unbekannt
Stammzellforschung: Guter Zweck, fragliches Mittel
Soll therapeutisches Klonen erlaubt werden?
Adelheid Müller-Lissner
"Unser Mandat besteht darin, die Natur zu überlisten, die Ursachen von Krankheiten zu
verstehen, zu heilen und zu lindern. Um das zu erreichen, darf es keine Denkgrenzen
geben", lautet das Bekenntnis des Mediziners Detlev Ganten, Mitglied des Nationalen
Ethikrates. Keine Denkgrenzen folglich auch bei einem Thema, zu dessen Erkundung
die Friedrich-Ebert-Stiftung bei ihrem "Berliner Dialog Biomedizin" diesmal geladen
hatte: "Therapeutisches Klonen - logische Konsequenz der Stammzellforschung?"
TAGESSPIEGEL 27.09.01
Ethikrat-Mitglied drängt auf therapeutisches Klonen
Molekularmediziner Detlev Ganten verweist auf ärztliches Mandat / Gremium berät heute über
Stammzellen-Import
BERLIN (hak). Im öffentlichen Diskurs um die Grenzen der Stammzellenforschung ist die Wissenschaft einen Schritt
weiter als die Politik. So bezeichnete Professor Detlev Ganten auf einer Podiumsdiskussion der
Friedrich-Ebert-Stiftung am Dienstag in Berlin das therapeutische Klonen als "logische wissenschaftliche Konsequenz"
der Stammzellenforschung. Ganten ist Mitglied des Nationalen Ethikrates, der heute über den Import von embryonalen
Stammzellen berät.
Ärzte Zeitung, 27.09.2001
IM GESPRÄCH: Therapeutisches Klonen - umstritten ist der Weg und nicht das Ziel
Von Christoph Fuhr
Der Streit ums therapeutische Klonen in Deutschland verschärft sich. Professor Detlev Ganthen hat sich jetzt als erstes
Mitglied des Nationalen Ethikrats für eine Freigabe dieses Verfahrens ausgesprochen. Politiker und Vertreter von Kirchen
reagieren schroff ablehnend, das Thema polarisiert.
Ärzte Zeitung, 01.10.2001
Stammzellen - Heiliges Gut der Menschheit?
Interview mit Detlev Ganten
Die Politik spielt in Sachen Stammzellenforschung zugunsten einer ethischen Debatte auf Zeit.
Wissenschaftlern hingegen, die an embryonalen Stammzellen forschen wollen, läuft die Zeit davon.
SPIEGEL ONLINE sprach mit dem Gentechniker Detlev Ganten, Vorsitzender des Max-Delbrück-Centrums
für Molekulare Medizin in Berlin und Mitglied des Nationalen Ethikrats.
SPIEGEL 08.11.01
Stammzellen - Heiliges Gut der Menschheit? 2.Teil
SPIEGEL 08.11.01
Bedrückende Realität
Leserbrief zum Interview mit dem Gentechniker Detlev Ganten zur
Stammzellenforschung von Dr. Dietrich V. Wilke, Bonn
SPIEGEL 08.11.01
Anmerkung: Sehr lesenswert
Was ist heute noch heilig? Grenzen der Forschungsfreiheit in einer säkularen Gesellschaft.
Vortrag von Prof. Dr. Detlev Ganten beim Kongress der EKD, 29.Januar 2002, Berlin
"Zum Bild Gottes geschaffen. Bioethik in evangelischer Perspektive"
zurück zur vorherigen Seite
zurück zur Porträtübersicht
|